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Von Gualba in Katalonien nach Hersbruck in Mittelfranken

Seit dem Jahr 2000 ist in Hersbruck im August eine Woche für die Gitarre reserviert. Seine Wurzeln hat das Internationale Gitarrenfestival Hersbruck in Spanien – genauer in Gualba. Josep Henríquez, spanischer Meistergitarrist, und Gérard Abiton, französischer Universitätsprofessor für Gitarre, veranstalteten seit 1997 für Studentinnen und Studenten eine einwöchige Kursreihe für klassische Gitarre und Flamenco.

Der Curso Internacional Guitarra en Catalunya – zu dem immer auch ein weiterer Gastdozent eingeladen wurde, bot den Teilnehmern hochklassigen Unterricht in mediterraner Umgebung. Der damalige Bürgermeister Hersbrucks, Wolfgang Plattmeier, geriet in Kontakt zu den Kursveranstaltern Josep Henríquez und Gérard Abiton, als sein Sohn an dem Kurs in Gualba teilnahm. Ein glücklicher Zufall ermöglichte es Wolfgang Plattmeier die Leiter des Curso Internacional Guitarra en Catalunya für einen Wechsel ins mittelfränkische Hersbruck zu gewinnen.

Im Jahr 2000 wurde das Festival – damals noch als 1. Internationaler classic & latin Gitarrenkurs Hersbruck – erstmals in Hersbruck veranstaltet.

Das Konzept des des Curso Internacional Guitarra en Catalunya wurde dahin gehend weiterentwickelt, dass es sich mit gleicher Gewichtung mit der klassischen Gitarre und populärmusikalischen Stilrichtungen befasst. Zum Kursprogramm für Studenten und Gitarristen wurde ein hochwertiges Konzertprogramm aufgebaut. Klassische Konzerte, lateinamerikanische Gitarre und Percussion, Jazz, Flamenco und Fingerstyle sollten für ein lebendiges und stilreiches Festival sorgen.  

arnoldo.jpgDie Veranstaltungsleitung für das Festival hatte die Stadt Hersbruck übernommen, die künstlerische Beratung des ersten Festivals lieferten Gérard Abiton und Josep Henríquez. Als ersten Gast engagierte man den Venezolaner Arnoldo Moreno, der dann in den folgenden Jahren die künstlerische Leitung übernahm.

johannes.jpgIm Jahr 2004 wurde der Verein zur Förderung des Internationalen Gitarrenfestivals Hersbruck gegründet, der unter anderem Stipendien für Studenten auslobt, für die Internetseite verantwortlich zeichnet und eine CD mit Unterstützung des Rotary Clubs Auerbach herausgegeben hat. Mitglieder haben den Vorteil, dass für sie bei den regelmäßig gut besuchten Konzerten reservierte Plätze zur Verfügung stehen.

2006, zum 7. Internationalen Gitarrenfestival Hersbruck, übergab Arnoldo Moreno die Aufgabe der künstlerischen Leitung an Johannes Tonio Kreusch und zog sich im folgenden Jahr ganz zurück. Seither ist Johannes Tonio Kreusch verantwortlich für die Konzeption des Festivals und die Auswahl der Gitarristen.

Zum Jubiläums-Festival 2009 konnte ein Künstler- und Dozentenstamm präsentiert werden, der das Herz der Gitarrenfreunde und Szenekenner höher schlagen lässt: Neben den Festival-Urgesteinen Josep Henriquez (Klassik) und Michael Langer (Klassik, Fingerstyle), waren in diesem Jahr Carlo Domeniconi, das L. A. Guitar Quartett, der großartige Barocklautenist Eduardo Egüez, die Jazz-Gitarristen Susan Weinert und Stephan Bormann, Thomas Fellow sowie die Fingerstyler Pete Huttlinger, Franco Morone und Don Ross zu Gast. Als ob diese Meisterschar noch nicht genug gewesen wäre, konnten zudem der Flamenco-Virtuose Canizares – hierzulande bekannt geworden durch seine Zusammenarbeit mit Paco de Lucia –, die „Königliche Familie der Gitarre“, die Los Romeros und als besonderen Ehrengast der kubanische Komponist Leo Brouwer gewonnen werden.